Author: Carina

Wenn die Katze mit dem Karneval tanzt

  Als ich 1985 Au-pair in Dinklage war, sagte die Mutter der Familie, irgendwann im Februar, dass es jetzt Karneval wäre, da müsste man sich verkleiden und feiern. Zuerst war ich mit den beiden verkleideten Kindern der Familie im Tennisclub, und es ging ungefähr so zu, wie auf einem gewöhnlichen Kindergeburtstag. Lautes Geschrei, organisierte und unorganisierte Spiele und ganz viele Süßigk...
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Warum es sich lohnt, in Deutschland zu leben

Carina Lundin, 1993 Seit fast dreißig Jahren wohne ich nun in Deutschland, und dass ich immer noch keine deutsche Staatsbürgerin geworden bin, weist nicht auf eine Abneigung gegen das Land hin, sondern eher auf eine Abneigung gegen Behördengänge. Ich wohne wirklich sehr gerne hier, besonders in unserem Stadtteil in Hamburg und habe in absehbarer Zeit nicht vor, irgendwo anders hinzuziehen. H...
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Eine neue Zeitrechnung 

Sag 4. Oktober, und jeder Schwede weiß, dass er oder sie an dem Tag möglichst viele Zimtschnecken essen muss! An diesem Tag wird seit Menschengedenken die heilige schwedische Kanelbulle  gefeiert. Die Bäckereien verkaufen jedes Jahr an diesem einzigen Oktobertag sieben Millionen Hefeteilchen und einige weitere Millionen werden zusätzlich zu Hause gebacken. Der Grund für die Kanelbulleschlacht ...
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Sonne, Mond und Sterne auf der Reeperbahn nachts um halb 1

Danke an Wiebke, unsere Gastkolumnistin. Es ist wieder so weit: Wenn man nichtsahnend durch sein Viertel spaziert und aus der Ferne Querflöten und Trommeln hört – dann denke ich spontan: Seit wann haben wir hier in Hamburg Karnevalsumzüge? So sehr hat mich die Musik im ersten Moment an das Intro von „Wenn et Trömmelche jeiht/Kölle Alaaf“ erinnert. Aber nein, es ist natürlich anders: Die Lat...
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Neues entdecken

Als ich diesen Sommer in Schweden war, passierte mir etwas Unvorhersehbares. Wir fanden etwa sieben Kilometer von unserem Elternhaus einen See, in dem wir noch nie badeten. NOCH NIE! Lasst es euch auf der Zunge zergehen: n-o-c-h-n-i-e. Doch, sagte meine Schwester, vor 35 Jahren badete ich mal dort, als ich ein tipspromenad in der Gegend organisierte. Mein Bruder sagte, ich war im Dienst als...
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Mein schwedischer Dorf-Sommer

Diesen Sommer habe ich fast drei Wochen in Schweden verbracht. Meine Kinder sind groß, mein Mann beschäftigt und meine Eltern alt. Das dritte ist der hauptsächliche Grund warum ich immer mehr Zeit im Dorf meiner Kindheit verbringe. Als ich Ende Juli ins Dorf kam, brauchte mein Haar dringend eine Schere. Alle Damenfriseure die ich anriefen, hatten entweder Sommerpause oder waren ausgebucht. ...
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Feste Feiern wie sie fallen

Als Kind konnte ich die Namensfolge Sara, Margareta, Johanna, Magdalena, Emma, Kristina auswendig. Es waren weder meine Tanten, noch meine besten Freundinnen, sondern die Namenstage im Kalender ab 19. Juli. Dass sechs Tage in Folge mit Frauennamen bedacht worden sind, scheint immer noch etwas Besonderes zu sein. Seit 2001 haben sie Gesellschaft von Greta, Madeleine, Emmy und Kerstin bekommen u...
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Det är kul med kultur!

Als unsere Tochter zu Weihnachten ein Klavier bekam, mussten wir uns anschließend um eine private Klavierlehrerin kümmern. Es gab offensichtlich keinen staatlich geregelten Musikunterricht für alle, und es war fast ein ebenso großer Schock für mich, als ich in der Grundschule anrief, um zwei Kinder für den Hort anzumelden. Die Schulsekretärin sagte verdutzt: „Welchen Hort?“ und als ich erklärt...
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Barn, barnbarn och barnbarnsbarn 

Letztens habe ich mit einer ehemaligen Kommilitonin per Facebook Kontakt gehabt. Sie hatte kommentarlos ein Babyfoto gepostet, ich habe ihr geschrieben und gefragt, ob ich ihr zu ihrem ersten barnbarn gratulieren dürfte. Sie hat geantwortet, gratulieren gern, aber es ist schon das Zweite. Das hat mich sehr beeindruckt und ich fing an, über meine eigene Familiengeschichte nachzudenken. Ich genie...
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Mambo bleiben?

Bild: Lotta Balensiefen Im Herbst 2019 traf ich eine Gruppe Frauen das erste Mal und stellte mich vor. Wenn Frauen, die Mütter sind, sich vorstellen, sagen sie meistens, wie viele Kinder sie haben und wie alt sie sind. Ich habe erzählt, dass meine 19-Jährigen Kinder nicht mehr zu Hause wohnen, weil ich dachte, das wäre für den Kontext wichtig. Es war ja keine Elterngruppe, sondern unser Zusammentr...
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